Ferien auf dem Bauernhof – Erholung pur!

Wir sind seit ein paar Tagen auf einem Reiterhof im Brixenthal in Österreich. 
Auf dem Weberhof, um genau zu sein. 
Hier haben wir eine der Ferienwohnungen von Evi und Fred gemietet. Sehr hübsches altes Bauernhaus, mit super ausgestatteten gemütlichen Wohnungen. Hier gibt’s alles, ich könnte im Garten den Pflaumenbaum plündern und uns was backen! Das schönste an unserer Wohnung ist Linella´s Zimmer. Klitzeklein, es passt genau ein kurzes Bett in Sonderanfertigung (keine 2 m lang!) und ein Nachttisch rein. Mehr nicht. „So ein Zimmer will ich zu Hause auch haben!“ 
Die Nähe zu München lässt es zu, daß man auch mal für ein Wochenende her kommen kann. Das werden wir mit Sicherheit mal machen!
Skifahren kann man hier auch prima, mitten in den Kitzbüheler Alpen. Doch leider macht uns der Buchungskalender der Ferienwohnungen einen Strich durch die Rechnung, Weihnachtsferien komplett ausgebucht. Schade.
Eigentlich fahren wir jede Sommerferien für ein paar Tage auf einen Bauernhof oder Reiterhof. Linella liebt Pferde und will immer Reiten. In unseren eh schon vollgepackten stressigen Alltag passen Reitstunden allerdings nicht rein, außerdem sind sie leider ziemlich teuer. Beides Argumente, die meine Tochter nicht hören möchte.
Ihr Opa hatte ihr mal versprochen, daß er ihr ein Pferd kauft, wenn sie groß ist. Jedes Mal, wenn sie Pferde sieht und sich daran erinnert fängt die Diskussion aufs neue an. Und dann höre ich immer wieder diesen traurigen und wütenden Satz: „Der Opa hat mir versprochen, daß er mir ein Pferd kauft, und dann ist er einfach gestorben!“ Doppelt schlimm. Opa gestorben, den Linella sehr geliebt hat, und kein Pferd. Zum Glück gibt’s die Oma, die ihr dann immer ein paar Reitstunden zum Geburtstag schenkt. So zum Glück auch dieses Jahr, als sich der Papi dummerweise auch noch an ihrem Geburtstag in die Hand sägte und der ganze Geburtstag anders verlief, als sie es sich gewünscht hatte.

Ich selber bin ohne Pferde aufgewachsen. Meine Mutter hat uns nie erlaubt zu reiten. Meine Schwester und ich haben Ballett gemacht. Ich war nie so ganz traurig darüber, denn ich hatte immer schon großen Respekt vor Pferden, oder war es sogar etwas Angst?
Da ich ein echtes Großstadtkind bin, möchte ich, daß meine Kinder etwas naturverbundener werden. Und so fahren wir jedes Jahr eben auf Höfe, damit sie lernen, wo die Lebensmittel her kommen und mit Tieren zusammen sein können.
Wir haben schon beim Kühe treiben und melken zugeschaut. Hier und da durften die Kinder auch etwas helfen. Ställe ausmisten, Tiere füttern, Eier einsammeln, Johannisbeer-Sträucher leer pflücken. Ich hoffe sehr, daß sie von all diesen Eindrücken etwas fürs Leben mitnehmen.

Dieses Jahr sind wir also nun auf dem Reiterhof in Österreich.
Kaum waren wir hier angekommen und die Koffer in unsere Wohnung geschleppt, waren unsere Kinder auch schon weg!
Hinter dem Haus gibt es einen großen Spielplatz im Garten. Rutsche, Schaukeln, Wippe,... alles da!
Dann natürlich die Pferde. Ich habe sie nicht durchgezählt, aber 15 werden es schon sein. Dazu noch Meerschweinchen und Kaninchen, die ihr Gehege in einer Pferdebox haben. Da können die Kinder rein gehen und sich zu den Tieren setzen, sie auf den Arm nehmen und streicheln. Und füttern. Gerade kam Linella mit einer Gurke an und meinte, ich müsse sie hier und jetzt und sofort anschneiden, damit sie sie verfüttern kann. Diskussion zwecklos. Dafür werde ich sie die nächsten 2 Stunden auch sicher nicht mehr zu Gesicht bekommen. Mit ihren hier neu gefundenen Freundinnen sind meine Kinder den ganzen Tag schon im Meerschweinchen-Stall.

Am Vormittag hatten beide eine Reitstunde bei dem Hofherrn, Fred. Ein Original. Toller Reitlehrer, netter Kerl. Nennt unseren Wusi immer Cowboy, das gefällt ihm.
Erst hatte die Linella Unterricht, die schon öfters geritten ist. Dann war der Wusi dran. Der ist letzten Sommer zum ersten Mal geritten, macht sich aber ganz gut auf dem Pferd. Strolchi heißt sein Pferd. Na, das passt ja!
Ich glaube, das Reiten tut ihm ganz gut, so muss er Konzentration üben. Sein großes Manko in der Schule. Konzentration und Ruhe. Beides hat er auf dem Pferd.
Als das Mittagessen fertig war mussten wir erst mal unsere Kinder suchen. Dann schnell die Suppe innerhalb von 12 Minuten rein geschaufelt und schon kam der Spruch „kann ich aufstehen? Kann ich runter gehen?“ Und schon waren sie wieder weg. Im Meerschweinchen-Stall.

Was die Kinder sonst so machen hier? Ich habe keine Ahnung. Gestern habe ich sie mal gesehen, als sie dem Bauern Fred geholfen haben, das gemähte Gras zusammen zu rechen. Und eben kamen sie vorbei um sich noch ein Stück von der Gurke abzuschneiden. Diesmal nicht für die Tiere, sondern zum selber essen.

Gerade habe ich sie gefunden. Auf dem Übungsplatz, da haben sie Springpferde gespielt. Die aufgebauten Hindernisse haben sie bezwungen. „Ich heiße Strolchi!“, „Ich bin Ferdi“, riefen alle durcheinander und trabten oder galoppierten über den Platz.

„Um sechs könnt Ihr beim Nachbarn frische Milch holen!“ rief unser Bauer Fred. In der Wohnung haben wir Milchkannen gefunden, mit denen sind wir dann zum Nachbarn gegangen. Eine ältere Frau fegte den Hof und schickte uns direkt in den Stall. Da saß der Bauer auf seinem Melkschemel zwischen den Kühen. Er füllte uns etwas Milch ab, die lauwarm und direkt trinkfertig war. Linella und Wusi probierten sie noch auf seinem Hof. „Lecker! Frische leckere Milch!“
Was uns morgen und die nächsten Tage noch hier erwartet? Reitstunden. Täglich. Viele tolle Momente für die Kinder in der Natur mit ihren Freunden und den Tieren. Und jede Menge Ruhe und Entspannung für uns Eltern, lesen, schreiben.

Hier kann man Ferien machen, jeder kann machen was er möchte, es herrscht Ruhe, man kann abschalten. Vogelgezwitscher, ein Traktor hier und da, Kinderlachen, ein Pferd wiehert. Die Kuhglocken bimmeln. Wäre die Sonne jetzt auch noch da, wäre es perfekt!

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