Kleine Frühjahrskur von innen

Jedes Jahr aufs neue heißt es an die Bikini-Figur denken. Wir fahren meistens in den Pfingstferien weg, daher muss ich schon Wochen vorher los legen. Wobei Wochen gar nicht reichen würden, ich bin echt weit von der Bikini-Figur entfernt. Leider. Deswegen hab ich sie in den letzten Jahren auch nie erreicht, obwohl ich es mir immer wieder feste vornehme.
Naja. Ihr kennt das sicherlich. Bin ziemlich genervt von mir deswegen.

Vor ein paar Jahren habe ich mal das Fasten ausprobiert. Das fand ich wirklich super, ich habe mich nach den ersten paar fiesen Tagen ganz toll gefühlt und war am Ende richtig stolz auf mich. Damals hatte ich allerdings keine Kinder und auch kein Café, musste also nicht täglich kochen und dementsprechend Essen abschmecken.

Vor einiger Zeit habe ich auf mehreren Blogs vom Saftfasten gelesen. Bei Muc.Veg habe ich einen Bericht über den Voelkel Fastenkasten gelesen, den ich noch gar nicht kannte. Wieso nicht mal ausprobieren?

Ich habe ihn mir also gekauft, wobei ich ihn mir im Laden selber zusammenstellen musste, da es den Fastenkasten nicht gab. Ich habe folgende Voelkel Säfte gekauft, jeweils in der 0,7l Flasche:
  • Fitness Cocktail
  • Möhrenmost
  • Rote Bete Most
  • Gemüsemost
  • Orange-Karotte


Ziel für mich waren 5 Tage Saftfasten. Und so erging es mir also:

Tag 1: Samstag
Nach einer viel zu kurzen Nacht, in der ich lange gearbeitet habe, bin ich sehr früh aufgestanden, um mit meiner Tochter zum Reiten zu fahren. Zum „Frühstück“ gab´s ein Glas Wasser. An die Säfte habe ich mich nicht ran getraut, da ich ja Autobahn fahren musste und ich mir nicht sicher war, ob die nicht gleich „treiben“ und ich unterwegs auf Toilette müsse. Daher nur Wasser, aber ich war ja auch schnell wieder zurück.
Mittags gab es je ein Glas Voelkel Karotte-Orange – lecker. Sehr lecker! Und Voelkel Gemüsemost – schmeckt auch gut, leicht süß irgendwie....
Nachmittags habe ich Tee getrunken. Den Detox von Teekanne.
Abends wieder Saft. Und jede Menge Wasser!
Abends musste ich dann arbeiten, und Pizza backen. Die hat sooooo lecker geduftet, aber ich durfte ja nicht rein beißen! Das war ganz schön schwer.
Nach der Arbeit habe ich mich dann in die Badewanne gelegt und den Basen-Badezusatz vom dm-Markt dazu gegeben. Linella saß neben mir und wir haben Stadt-Land-Fluss gespielt. Danach bin ich aber ganz schön ko ins Bett gefallen!

Tag 2: Sonntag.
Zum Frühstück gab´s einen wunderbaren Smoothie aus frischen Erdbeeren, reifen Bananen und Vanillejoghurt. Dazu ein Schuss Milch. Mmmmhhhhh.
Nee, leider nur für die anderen 3, für mich gab´s ein Glas Buttermilch und ein Glas Gemüsesaft. Und dazu einen Detox-Tee.
Komischerweise ist mir das auch echt nicht schwer gefallen, vielleicht war das aber auch die Euphorie des ersten Wiegens, das mir Kraft und Willen gab :-)

Mittags, zwischendurch, und am Nachmittag gab´s wieder nur Säfte, Wasser oder Tee. Ging echt ganz gut. Kein Kopfweh, keine schlechte Laune.
Am frühen Abend lag ich dann im Garten und bekam Besuch von meiner Freundin, die gerade aus Frankreich zurück kam. Und sie hatte was für mich dabei. Hatte ich bei einem Kurztrip nicht erwartet, aber sofort wusste ich, daß es ja nur Macarons sein können! Und JA! Es waren tatsächlich Macarons! Und dann auch noch welche mit Schokolade und mit Karamell...
Ich muss gestehen, ich habe genascht. Was blieb mir denn auch anderes übrig? Zu Süßem kann ich echt schwer nein sagen, zu Macarons, die man frisch aus Frankreich nur alle paar Jahre mal bekommt, erst recht nicht.
Das Sündigen tat aber gut! Ich habe mich nur ein klein wenig schlecht gefühlt, denn der Reiz war einfach unübertrefflich.


Dafür gab´s dann aber auch wieder nur noch Säfte. Sauerkrautsaft und ein Glas Buttermilch, um die Verdauung auf Trab zu halten.


Tag 3: Montag.
Gestartet habe ich NICHT mit dem Kaffee, wie sonst. Da hat man ne tolle Gastro-Espressomaschine und darf keinen Espresso trinken. Mist....das tut weh....
Dafür gab´s wieder ein Glas Buttermilch und den Fitness-Cocktail von Voelkel. Der schmeckt echt gut.
Als sich die Flasche dem Ende neigte, und ich aber noch Hunger Durst hatte, mischte ich etwas Orangensaft unter den Fitness-Cocktail. Und das schmeckte wie ein Campari-O! Wahnsinn! Ich setzte mich also sofort mit meinem Cocktail in die Sonne, schlürfte ihn genüsslich und stellte mir vor, es sei ein echter Campari-O!


Das Schwierige beim Fasten und gleichzeitigem Arbeiten ist ja, daß man zwar besser abgelenkt ist als am Wochenende zu Hause. Aber gerade bei mir in der Arbeit tummeln sich ja die Köstlichkeiten für meine Gäste. Der Kaffee, den ich verschmähen muss ist das eine. Dann gibt’s da den mallorquinischen Mandelkuchen, der hier steht. Neben den Schokodonuts.
Und in meiner Kühlvitrine gibt es einen Couscous-Salat und im Weck-Glas einen gemischten Salat mit Tomate-Mozzarella. Ansich ja nix schlimmes. Ich könnte, wenn ich wollte. Und wollen will ich! Mein innerer Schweinehund ist eine ausgewachsene Dogge. Kein Chihuahua.
Aber, und das macht mich sehr stolz: ich habe den 3. Tag ohne Zwischenfälle überstanden! Und das, obwohl ich mir die Leckereien bis 22 Uhr anschauen musste!
Hunger hatte ich wirklich ganz ehrlich nur gaaanz bissi. Echt nicht schlimm!

4. Tag: Dienstag.
Langsam geht’s echt leichter! Die Motivation auch diesen Tag ohne feste Nahrung zu überstehen wird von der Waage gestärkt. 2,4 Kilo weniger! Das ist doch schon mal was.

Also ein weiterer Tag mit Voelkel Säften, Buttermilch und Wasser. Ach, und meinem Detox-Tee natürlich!
Alle halbe Stunde musste ich auf´s Klo. Das macht mich ja langsam etwas wahnsinnig...

Abends dann keine Zeit, um mit der Familie zusammen zu essen. Ein Glück, muss ich denen nicht beim Essen zuschauen, oder gar ihnen was kochen, riechen und abschmecken!

5. Tag: Mittwoch.
Beim Aufstehen war mir plötzlich klar, daß ich an diesem Tag meine Saftkur beenden werde. Keine Ahnung, warum mir das plötzlich so klar war und wieso ich keine Lust und Kraft hatte, mit mir darüber zu diskutieren. Der Entschluss stand fest. Da kann ich echt nix gegen machen!
Bis zum späten Nachmittag habe ich allerdings mit meinen Säften ausgehalten. Wobei das eigentlich ein übertriebenes Wort ist, denn es war nicht schlimm. Aber ich freute mich sehr auf das Essen am Abend.

Das erste Essen war dann ein belegter Wrap, den ich in meinem Café auch verkaufe. Mit etwas Frischkäse, Salat, Tomaten und etwas gegrillter Putenbrust. Hab mal so grob ausgerechnet, daß er ca. 400 kcal haben müsste.

Mein Fazit: ich fand die paar Tage Saftfasten echt klasse und würde sie wieder machen! 
 
Die Gemüsesäfte waren wirklich sehr lecker, das hätte ich so nicht gedacht. Und man kann sie prima mischen, so daß man nicht permanent denselben Geschmack hat. Denn Geschmack ist so ne Sache.... Mehrmals am Tag habe ich Zähne geputzt weil ich immer ein komisches Gefühl im Mund hatte.

Für alle Gegner von Fasten und Fastenkuren muss ich sagen: es ist erstaunlich, was der Körper so in sich bunkert, von dem er sich erst Tage nachdem man das letzte Mal gegessen hat trennen kann... Das ist jetzt alles raus und ich starte gereinigt in den Frühling.
Was genau die 2,8 Kilo waren, die ich abgenommen habe, weiß ich nicht. Fett, Wasser, Muskelmasse? Letzteres hab ich nicht, deswegen wird es wohl hoffentlich das erste gewesen sein!

Nach dieser Woche werde ich bis zu den Ferien abends die Kohlehydrate weg lassen. Das ist für mich als Brot-Fan / Nudel-Fan echt schwer, aber ich habe festgestellt, daß das wirklich hilft. Der Hunger am nächsten Morgen ist nämlich weg, somit fällt das Frühstück automatisch kleiner aus. Bei mir jedenfalls.

Begleitend dazu möchte ich auf Fette verzichten. Und ganz viel Obst und Gemüse essen.
Ich werde berichten, wie ich die nächsten 3 Wochen bis zu den Ferien überlebe und ob die Kilos weiter etwas purzeln.
Aber jetzt fahre ich erst mal schön übers lange Wochenende weg. Mit dem Wohnwagen. In den Regen!

LG
Martina

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