Gastfamilie werden: Austauschschüler für ein Auslandsjahr in Deutschland aufnehmen

Wer mir auf Instagram folgt und nicht nur die bunten Bilder anschaut, sondern auch meine Texte dort liest, der weiß, daß seit 2 Monaten ein Austauschschüler aus Amerika bei uns wohnt. Wie es dazu kam? Ganz einfach:

Lina möchte nächstes Jahr gerne ein Auslandsjahr in den USA machen und dort auf die High School gehen. Wir haben uns also informiert, mehrere Organisationen angeschaut, die so einen Auslandsjahr anbieten, uns deren Kataloge und Unterlagen angesehen, verglichen, Gespräche geführt….
Im Endefekt haben wir uns dann für Partnership International entschieden, eine Organisation, die seit 55 Jahren deutsche Schüler bei ihrem Auslandsjahr begleitet.

Gastfamilie werden

Als wir uns für das Auslandsjahr in Amerika interessiert haben, fiel uns der Aufruf von Partnership International ins Auge, der Gastfamilien für ausländische Kinder suchte. Wir überlegten uns, daß es sicherlich hilfreich für Lina sei, durch ein Gastkind in unserer Familie hautnah mitzuerleben, was es überhaupt heißt, so weit weg von seiner Familie zu sein, so lange weg von den Freunden zu sein, in einem anderen Land zur Schule zu gehen und Sprachschwierigkeiten zu meistern.

Wir bewarben uns also als Gastfamilie und bekamen schon bald die Nachricht, daß wir ein Gastkind für 3 Monate aufnehmen könnten. Zwar wurden Gastfamilien für 10 Monate gesucht, aber für unsere Wohnsituation war uns das zu lang, denn solange unser Austauschschüler bei uns wohnt, teilen sich unsere Kinder ein Zimmer, was häufig zu Reibereien zwischen ihnen führt….

Unser Austauschschüler Tegan wohnt also nun schon seit 2 Monaten bei uns, wir haben spontan seinen Aufenthalt bei uns auf 4 Monate verlängert und eine Gastfamilie in der Nähe gefunden, zu der er dann umziehen kann. So kann er weiter auf seiner gewohnten Schule bleiben und die Freundschaften vertiefen, die er hier mit deutschen Kindern schließt.

Gleich nach ein paar Tagen sind wir mit ihm an den Tegernsee gefahren, wo er seine erste Breze gegessen hat. Danach ging es an den Schliersee, hoch zur Schliersbergalm, wo wir ihm ein Almdudler und einen Wurstsalat serviert haben. Mit dem Sommerrodel ging es dann wieder ins Tal.

Bayern entdecken: Wurstsalat auf der Schliersbergalm

Es folgten Ausflüge nach Rosenheim in den Lokschuppen zur Ägypten-Ausstellung „Pharao“. 

Pharao Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim Pharao Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim Pharao Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim

Und an den Chiemsee....

Chiemsee

Schloss Herrenchiemsee

Und natürlich waren wir mit ihm auf dem Oktoberfest!

Oktoberfest Riesenrad bei NachtOktoberfest bei Nacht

Tegan´s erstes Wiesn-Hendl Obatzda auf dem Oktoberfest

Die AllianzArena hat er auch schon von innen gesehen...

FC Bayern Spiel in der AllinazArena Stadion-Wurst in der AllianzArena

In der Schule hat er sich ganz gut eingelebt, er flucht nur über ein Schulfach, das er belegen musste und nicht abwählen konnte. Tja, hier sieht man die Unterschiede der Schulsysteme!
In der ersten Deutschstunde bekam er 2 Gedichte von Goethe vorgelegt, die er analysieren sollte. Puh….selbst für ein Kind, das perfekt deutsch spricht, ist das eine große Herausforderung! Jetzt kämpft er mit Faust, aber das tun die deutschen Schüler ja auch.

erster Schultag in Deutschland mit bayerischer Schultüte

Wir sind schon ganz gespannt, mit ihm Thanksgiving zu feiern. Er hat angeboten, für uns zu kochen! Und dann ist da ja auch Weihnachten. Wir feiern das in Deutschland ja ganz anders als in Amerika. Als ich selber Austauschschülerin in den USA war (lang lang ist´s her), habe ich dort auch Weihnachten mit meiner Gastfamilie gefeiert. Ich habe Tegan schon erzählt, daß die Kinder einen Adventskalender bekommen, wir jede Woche eine neue Kerze am Adventskranz anzünden und daß wir dann bereits am 24. Dezember Weihnachten feiern.

Unser Gastschüler hat sich in dieser kurzen Zeit super in unsere Familie integriert, sein Deutsch wird täglich besser, er gibt sich wirklich sehr viel Mühe! Mit den Kindern versteht er sich super, er hilft im Haushalt und gibt sich in der Schule Mühe. 

Ich glaube, die Entscheidung, einen Austauschschüler aufzunehmen als Vorbereitung für Lina´s Auslandsjahr war genau richtig! Sie ist bestärkt in dem Wunsch, in den USA in einer Gastfamilie zu leben und dort auf eine High School zu gehen. Wir hoffen sehr, daß alles jetzt so klappt, wie wir es uns wünschen und Lina in die Familie meiner Freundin gehen kann, die ich bei meinem Schüleraustausch kennen gelernt habe, als ich 15 Jahre alt war. Zu ihr und zu meinen Gasteltern habe ich bis heute Kontakt. 

Habt ihr auch einen Schüleraustausch mitgemacht? Als Schüler oder als Gastfamilie? Habt ihr noch Kontakt zu der Gastfamilie / dem Gastkind? Ich bin gespannt auf eure Geschichten!

Viele Grüße,

Martina

Kommentare

  1. Euer Austausschüler sieht echt sehr happy aus in seiner Tracht auf der Wiesn! Wirklich tolle Ausflüge, die ihr da mit ihm gemacht habt. Mit meiner indischen Austausch-Lehrerin war ich auch auf der Schliersbergalm, einfach ein Klassiker! Ich selbst habe als Schülerin mal einen kurzen Austausch mit Prag gemacht und jetzt als Lehrerin hatten wir einen Austausch mit Neu Delhi, der war echt klasse und eine wahnsinns Erfahrung! Liebe Grüße!

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    1. Indien! Cool, bist du dann auch da gewesen mit den Schülern? Die Tochter meiner Freundin war gerade mit dem Schüleraustausch dort.

      VG Martina

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  2. Super das ihr einen Austauschschüer habt. Da wir in Norwegen leben und zu Hause Deutsch miteinander reden, kommen wir nicht in Frage als Gastfamilie, hatten uns schon mal erkundigt.

    LG aus Norwegen
    Ina

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    1. Das ist natürlich schwierig! Meine Tochter geht ja nächstes Jahr zu meiner Freundin nach Amerika, die deutsch kann. Beide mussten mir versprechen dass sie aber nur Englisch reden!
      VG Martina

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  3. Mein Sohn war letztes Jahr für 3 Monate in England, seine Gastfamilie war nicht so engagiert wie ihr, sie haben in der ganzen Zeit nur einmal einen kleinen Ausflug gemacht. Sie haben sich auch kaum um ihn gekümmert und das Essen muss furchtbar gewesen sein. Das ist wirklich schade, wenn man bedenkt, wie teuer so ein Austausch ist.
    Grüße,
    Yvonne

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    1. Hallo Yvonne, das tut mir leid für deinen Sohn! Ich hoffe er hatte trotzdem eine schöne Zeit und hat nette Freunde dort kennen gelernt.
      Vielleicht kümmere ich mich aber auch zu viel um unser Gastkind, anfangs habe ich ihm sogar bei den Hausaufgaben geholfen. Bis Goethe kam...
      VG Martina

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