*China mit Kindern* Unsere chinesischen Wurzeln entdecken

Wie ihr auf Instagram sicherlich mitbekommen habt, oder in meinem letzten Blogpost über unsere Reisevorbereitungen und mein Handgepäck (oh je, ist das lange her, ich hatte so viel um die Ohren, daß ich es erst jetzt schaffe, über unsere China-Reise zu bloggen!), waren wir in den Osterferien in China.

China…eine ganz schön ausgefallene Reise mit Kindern denkt ihr euch? Das ist es, aber auch eine ganz besondere Reise für uns, denn wir haben chinesische Wurzeln.

Meine Oma (die Mutter meiner Mutter) war Chinesin. Sie lernte meinen Opa vor vielen vielen Jahren kennen, als er für mehrere Jahre in China war, um Kirchen zu bauen. Mein Opa war ihr Englischlehrer, so lernten sie sich damals kennen! 

Meine chinesische Oma
Meine chinesische Oma, Zhu Wen

(Wer die ganze Geschichte lesen möchte, kann das auf dem Blog meines Bruders tun.)

Es wurde geheiratet und eine Familie gegründet. Die ersten Kinder wurden in China geboren, unter anderem meine Mutter. Meine Mutter hieß damals als kleines Mädchen Lina, als sie dann mit ca. 8 Jahren unter schlimmen Umständen ausgewiesen wurde und nach Deutschland kam, bekam sie hier einen deutschen Namen, aber die Verwandten, die wir hier in China besucht haben, kennen meine Mutter nur unter dem Namen Lina und so wurde sie dort auch weiter genannt.

Meine Tochter trägt genau aus diesem Grund übrigens auch den Namen Lina! Das hat meine Oma, die Lina´s Geburt noch miterleben durfte, sehr glücklich und stolz gemacht.

4 Generationen mit chinesischen Wurzeln
Meine Oma, meine Mutter, Baby Lina und ich
Nach einem 10h und 3,5h Flug in China angekommen, war unsere erste Station in Xiamen, in Südchina. Hier lebt 1 Bruder meiner Oma, Gogo, 80 Jahre alt.

Unsere Reise nach China zu den Verwandten
Der jüngste Bruder meiner Oma - Gogo
Der Grund, bzw. aktuelle Anlass für diese Familienreise war übrigens der 90. Geburtstag von meinem anderen Großonkel Fofo, der uns einlud, mit der ganzen Familie nach China zu kommen. Leider ist Fofo 2 Wochen vor unserer Reise gestorben, wir haben ihn nur 1x kurz kennen gelernt, als er Anfang der 90er für 2 Tage in Deutschland war. Aber er hat vor seinem Tod noch mitbekommen, daß wir alle kommen und ihn und seine Geschwister, Kinder und Enkel besuchen. Das hat ihn sehr gefreut, denn ihm war diese Familienzusammenführung sehr wichtig.

Familienreiseblog China
Meine Oma mit ihren chinesischen Geschwistern
In der leeren Wohnung von ihm lag noch das Fotoalbum, aus dem ich unter Tränen ganz viele wunderbare Fotos von meiner Oma abfotografiert habe.

unsere chinesischen Wurzeln  Reise nach China mit Kindern 
Meine chinesische Oma


In Xiamen hatten wir einen Tourguide gebucht, den wunderbaren Sunny, der uns nicht nur die Sehenswürdigkeiten gezeigt hat, Geschichten über die Region erzählte, sondern auch als Dolmetscher fungierte, denn unsere Verwandten sprechen größtenteils kein Englisch. In der VHS habe ich ja einen Chinesischkurs belegt, als Reisevorbereitung, allerdings ist das Chinesisch, das ich gelernt habe Mandarin, und das verstehen die Südchinesen nicht wirklich gut.

Dolmetscher und Tourguide in China
Sunny mit meiner Nichte
Sunny hat seinen Job wirklich wunderbar gemacht. Er zeigte uns die Stadt und die Umgebung, war rund um die Uhr bei uns und integrierte sich nicht nur in unsere 14-köpfige Reisegruppe, sondern auch in unsere Familie.

Ohne ihn hätten wir uns mit den Verwandten kaum verständigen können. Bei einer Rede, die er übersetze, kamen auch ihm die Tränen. Er war wirklich mehr als nur unser Dolmetscher! Wir haben alle viel geweint in diesem Urlaub, wir haben viel über die Geschichte unserer Familie erfahren, die Geschwister meiner Oma kennen gelernt und Parallelitäten entdeckt, die mich manchmal an ihr wahnsinnig gemacht haben. Jetzt weiß ich, daß diese Verhaltensmuster von ihr normal in China sind, daß alle Chinesen so sind und Dinge so machen, wie sie es getan hat. Jetzt verstehe ich sie besser und ich wünsche mir sehr, daß meine deutsch-chinesischen Verwandten, die noch nie in China waren, auch diese Möglichkeit wahr nehmen und in das Land ihrer Vorfahren reisen. Denn das ist geplant! 

Mit unseren chinesischen Verwandten beim Gruppenfoto
Unsere Familie mit den chinesischen Verwandten
Ich möchte zusammen mit meinen Geschwistern und meinem Cousin, der in China dabei war, in 2 Jahren nochmal so eine Reise organisieren und alle Tanten und Onkel, die teilweise wie meine Mutter auch in China geboren wurden, dazu einladen, ihre Herkunft zu erforschen, ihre Verwandten kennen zu lernen und vielleicht auch etwas Frieden mit dem Land zu schließen. Denn wie eingangs erwähnt, haften in unserer Familie viele schlimme negative Erinnerungen an die Zeit um 1955 in China, die Ausreise, die erste Zeit in Deutschland.....

Ich wünsche mir, daß meine Tanten und Onkel damit abschließen können und sich über das China freuen können, wie es jetzt ist.

Verwandte in China besuchen
Unsere Großonkel haben immer nur Blödsinn im Kopf - so klappt die Verständigung prima!
Viele Grüße,

Martina

PS: in den nächsten Tagen schreibe ich hier einige weitere Berichte über unsere China-Reise...

Kommentare

  1. Liebe Martina,

    was für eine berührende persönliche Geschichte, die du mit uns teilst. Danke dafür. Ich finde es toll dass du dich mit deinen Kindern zu dieser Reise in die Vergangenheit gewagt hast. Da sind sicherlich sehr viele Emotionen im Spiel!

    Hab einen schönen Abend!
    lg
    Verena von avaganza.com

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